Parkour !?
Was ist eigentlich Parkour ?
Diese Frage wird häufig gestellt, und auch wir haben uns Gedanken gemacht um eine Antwort zu finden, die die meisten Aspekte von Parkour beinhaltet, und dennoch leicht verständlich ist.
Parkour ist die Kunst der effizienten Fortbewegung. Der Ausübende, "Traceur" genannt, bewegt sich dabei auf seinem
eigenen, selbst gewählten Weg durch die Landschaft, auch und gerade über Hindernisse hinweg. Er benutzt dabei lediglich die Fähigkeiten seines Körpers, keine weitere Ausrüstung, außer Schuhe.
Besonders achtet er dabei auf die Effizienz seiner Bewegungen - es geht weder um Show noch um Akrobatik, sondern um das fließende Spiel mit der Umgebung, um das Gehen des eigenen, selbst gewählten
Weges. In der heutigen Form wurde Parkour von dem Franzosen David Belle in den Vororten von Paris entwickelt. Parkour an sich ist jedoch unabhängig von der Umgebung - es kann in der freien Natur
ebenso praktiziert werden wie in der Stadt.
Die historischen Wurzeln des Parkour liegen im Training von Soldaten, die im Vietnamkrieg ihre Fluchtchancen zu
erweitern suchten. Auch wenn heute eine Flucht nicht mehr vorrangiges Trainingsziel sein muss, zeigt dies doch, was Parkour an sich ist: eine direkte, an Kontrolle und Geschwindigkeit orientierte
Form der Fortbewegung, welche eine gute Kenntnis und Schulung des Körpers ebenso voraussetzt wie eine mentale Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten und der Umgebung.
Gefahren und Gesundheit
Der Körper ist das wichtigste Werkzeug des Traceurs.
Ihn zu trainieren, zu pflegen und zu entwickeln ist die Basis für gute Leistungen und eine gesunde Entwicklung.
Ein Traceur wird in eigenem Interesse Gefahren ebenso minimieren wie die Belastungen des Körpers.
Belastungen des Körpers können im Parkour vor allem auftreten,
- bei Landungen, bei denen der Körper Fallenergie absorbieren muß; dies belastet potenziell vor allem die Gelenke und
die Wirbelsäule.
- bei Überlastungen durch Aktionen, die für das aktuelle Trainingslevel zu hoch sind.
Entsprechend gehören sorgfältige, gelenkschonende Landungen zu den wichtigsten Trainingsinhalten im Parkour. Und jeder
Traceur wird neben dem Parkourtraining ein Begleittraining machen, welches den Körper auf seine Belastungen vorbereitet. Viele Traceure widmen diesem Körpertraining sogar mehr Zeit und Aufmerksamkeit
als dem eigentlichen Techniktraining.
Zudem steht im Parkour immer die Kontrolle über der Leistung. Das heißt, es werden lieber viele kleinere Aktionen
trainiert und kontrolliert ausgeführt, als dass "große" Aktionen gemacht werden, die den Körper überfordern. Schaffen ist nicht gleich Können.
In der Öffentlichkeit kommen immer wieder Fragen nach den Gefahren des Parkour. Hier gilt der absolute Grundsatz: jeder
macht nur das, was er sicher kann, ohne Schaden zu nehmen. Ein unsicherer Sprung wird nur gemacht, wenn dabei keine Verletzungen auftreten können. "Fühlt" man einen Sprung nicht, so wird er nicht
durchgeführt.
Traceure achten aufeinander und ermuntern sich gegenseitig, keine unnötigen Risiken einzugehen. Der ausdrückliche
Verzicht auf Wettbewerb und Show hilft, dass keiner sich zu Aktionen hinreißen lässt, für die er mental oder körperlich noch nicht bereit ist.
Zudem findet Parkourtraining besonders am Anfang in Bodennähe statt. Einige Videos zeigen Traceure auf Dächern, die von
Haus zu Haus springen; diese jedoch trainieren in der Regel schon viele Jahre, oft Jahrzehnte, und haben entsprechende Fähigkeiten und Selbsteinschätzung. In den ersten Jahren soll Training
grundsätzlich im sicheren Bereich stattfinden.
Kontrolle geht immer vor!
Durch diese Grundsätze gibt es im Parkour kaum Verletzungen, erheblich weniger als in anderen populären Sportarten, wie
z. B. Fußball.
Legalität
Parkour ist nicht an sich illegal, solange keine Rechte Anderer verletzt oder Gegenstände beschädigt werden.
Entsprechend wird Parkour nur auf öffentlichem Gelände betrieben; Nutzung von Privatgelände wird zuvor abgesprochen. Beschädigungen werden ohnehin nicht in Kauf genommen - kein Traceur wird seine
Umgebung, sein Arbeitsfeld, zerstören wollen. Er ist viel verbundener mit der Natur und den Bauten, die ihn umgeben, als manch anderer Mensch.
Auf Dächern hingegen hat keiner was zu suchen, zumindest nicht ohne Absprache. Einige Aufnahmen von Traceuren z. B. aus
Paris zeigen Trainings in luftiger Höhe auf Dächern. Doch auch dort sind i. d. R. Sondergenehmigungen nötig. Training auf Dächern verbietet sich ohnehin schon aus Sicherheitsgründen. Parkourtraining
findet in der Regel in Bodennähe statt, solange nicht durch jahrelanges Training die entsprechende Sicherheit erarbeitet worden ist.
Wenn berechtigte Interessen von Anwohnern, Hausmeistern, Sicherheitskräften o. ä. gegen das Training sprechen, wird sich
der Traceur umgehend an einen anderen Trainingsort begeben.
